Standort St. Petersburg, Florida:
Wissenswertes und persönliche
Eindrücke
Florida – der Sunshine State. Aus der Ferne denkt man an
Miami (TV-Krimis, kultureller Schmelztiegel, prickelnde Nächte), die Everglades
(Dschungel, Alligatoren, Indianer) und das Strandvergnügen in Fort Myers/Cape
Coral.
Doch Florida ist weit
mehr!
St. Petersburg ist der zentrale Ort an
der Westküste, dessen Strände
(jeder hat seine spezielle Note, alle haben unbeschreiblich feinen, weißen Sand)
und Attraktionen (The Pier und Down Town, Dali Museum, Fort
deSoto Park etc.)
im Familienurlaub für jeden das Passende bieten.
S t r ä n d e (in Reichweite)
Natürlich gibt es unterschiedliche Vorlieben: Clearwater Beach ist nie zu dicht bevölkert.
Trotzdem ist es ein Strand zum Sehen und Gesehen werden. Sobald sich der Sonnenuntergang
ankündigt, herrscht reges Treiben am Pier 60. Maler, Schmuck- und
Souvenierhändler bieten ihre Waren feil, in der Saison gibt
es Life-Musik, manchmal eine Hunde-Show
und gelegentlich einen Feuerschlucker. Wenn es windig ist, nistet man sich auf
der windstillen Seite des Piers ein, wo Bräunen ohne Gänsehaut 52 Wochen im
Jahr möglich ist. (Selbstverständlich kann man allerorts Strandkörbe mieten!)
Es ist der Golf von Mexiko, der auch weiter südlich die
SonnenanbeterInnen betört – ob sie nun an Indian Shores, Treasure Island oder
Gulfport (charmanter Binnenstrand) Entspannung suchen. Die milde Brandung ist kinderfreundlich, die Temperaturen auch
im Winter so, dass wir schon an Weihnachten und Silvester gelegentlich baden
konnten. Wassersportarten aller Art sind obligatorisch. Den Sonnenuntergang am
Passah Grill muss man mindestens einmal erlebt haben! (Parkuhr unbedingt
füttern!)
Mein Lieblingsstrand ist der nördliche Teil des de Soto
Parks. Hier tummeln sich neben den in Florida überall häufigen Eichhörnchen
auch putzige Waschbären, und nichts
stört die „Naturnähe“. Radeln ist hier interessant und erholsam, alternativ
kann man sehr individuelle (Strand-) Spaziergänge unternehmen. Dabei konnte ich
gelegentlich schon große Meeressäuger vorbeischwimmen sehen.
Da in Florida bestimmte Fleischsorten vergleichsweise billig
sind, wird gerne gegrillt, weshalb nicht nur in diesem Park Grillplätze (überdachte
Shelters) zahlreich vorhanden sind. Ebenso selbstverständlich sind saubere
Toiletten, die man ohne Obolus nutzen kann. (Ein Komfort, den Deutschland „abkupfern“
könnte …)
Strände und Parks sind insgesamt sauber und gepflegt. Es ist bei hohen Strafen verboten, in der
Öffentlichkeit Verunreinigungen zu verursachen. Darauf wird sehr geachtet.
K l e i n e T i p p s
St. Petersburg ist eine grüne
Flächenstadt, in der viele Parks zu Spaziergängen einladen. Immer beliebter
werden Radtouren. Es gibt einen Nord-Süd-Radweg,
der eigens für Radfahrer angelegt wurde und diese sehr verwöhnt. Die
Streckenführung vermeidet die Begegnung mit dem Autoverkehr – notfalls wird er
mittels Brücke überquert. Hier sind Jogger auf einer eigenen Spur zugelassen,
Schlaglöcher sehr selten und dann sehr fürsorglich gekennzeichnet, Shops für
die Unterwegsversorgung keine Seltenheit. Der Radverleih boomt. – Wir sind
gerade dabei, immer mehr Radwege zu entdecken und zu testen. Zum Jahresauftakt
2009 waren wir beispielsweise von zwei aparten Strecken bei Oldsmar begeistert.
Wenn Sie im Herbst kommen, gibt
es in Oldsmar ein Oktoberfest, bei dem Amerikaner deutsche Gemütlichkeit mit
Festzelt, Blasmusik, Gaudi-Aktionen wie Holzsägen usw. nachahmen. Auch
Schuhplattler haben wird dort schon erlebt. Das größte Oktoberfest in Florida
richtet jedoch der Deutsch-Amerikanische Club in Cape Coral aus. Das liegt zwei
Autostunden südlich.
Wir sind zwischendurch immer
wieder auf unsere Herkunft angesprochen worden und trafen viele deutschstämmige
Floridianer. Man kommuniziert ungezwungen, wechselt gerne mit Fremden ein paar
Worte und wünscht sich einen schönen Tag. Das gehört auch zur angenehmen
Atmosphäre dieses Landes.
Die landestypischen Lokale sind unschwer zu finden. Notfalls
lässt sich auch ein deutscher Bäcker oder Metzger oder ein bayerisches
Restaurant ausfindig machen. Jeden Sonntag stellt Susanne Nielsen in der German
Radio Show (Deutsche Funksendung, Mittelwelle WTIS 1110) zwischen 13 und 14 Uhr
interessante Veranstaltungen und Angebote (Kultur- und Restaurant-Tipps/Werbung)
in deutscher Sprache vor. Tipps haben wir aber selbstverständlich auch im Haus
zuhauf ausgelegt.
In den Supermärkten („where shopping is a pleasure“) kann
man Fisch meist günstig erstehen (falls man ihn selbst zubereiten möchte).
Überall gibt es leckere Chicken Wings (heiße Hähnchenschlegel, verschieden
zubereitet, hmmm) oder fantastisch
belegte Sandwiches für den Außerhaus-Verzehr.
Das Angebot an Gemüse und Obst
ist vielfältig, Bier gibt es in vielerlei Variationen, alkoholreduzierte Sorten
sind sehr beliebt. Das Angebot an Weinen ist ebenfalls ordentlich, deutschen
Riesling haben wir auch gelegentlich gesichtet, mit Wasser sollte man sich
reichlich eindecken.
In St. Petersburg wächst
inzwischen auch die Bio-Bewegung, ein Bio-Feinkost-Laden gehört inzwischen zu
unseren festen Einkaufsadressen.
Die Öffnungszeiten der
Supermärkte sind großzügig – meist bis 22 Uhr (Sonntag bis 18 Uhr) – kein
Ruhetag. An der Kasse und auch sonst trifft man auffällig freundliches
Personal.
Auch wenn Cola allgegenwärtig ist, sollte man keinesfalls
den frisch gepressten Orangen- oder Mandarinensaft
in den Groves (Saftfabriken) versäumen. Einen Vorrat für etwa zwei Tage kann
man in Kanistern mit nach Hause nehmen (kühl lagern!). Auch wenn man in der
Grove um die verlockenden Candys einen Bogen macht, sollte man doch unbedingt
von dem vorzüglichen Softeis naschen, von dem man daheim in Deutschland noch
schwärmen wird, weil es das unvergleichliche Aroma der Früchte erquickend auf
die Zunge zaubert.
N a h z i e l e
Tampa ist nur einen Katzensprung entfernt. Unter anderem lohnt
es sich, in Ybor City zu flanieren. Das historische kubanische Viertel ist erst
jüngst modernisiert worden und erinnert an die einstige Zigarren-Industrie. Weit
von sich reden macht der Vergnügungspark „Busch
Gardens“ mit der höchsten und längsten Achterbahn der Welt und vielen „wilden“
Tieren.
Wer der Kultur griechischer
Einwanderer nachspüren möchte, kommt (nördlich) in Tarpon Springs auf seine
Kosten, wer große Muscheln sammeln
möchte, suche sie (südlich) auf Sanibel Island (per Rad besonders schön zu
erkunden). Kunstfreunde zieht das Ringling Museum in Sarasota an (ebenfalls
südlich), auf der Heimfahrt empfiehlt sich ein Shopping-Stopp an der Mall in
Bradenton (Outlet-Geschäfte mit großer Auswahl).
Ausflüge in den Süden prägt das
unvergessliche Highlight, die Sunshine Skyway
Bridge zu überqueren. Überhaupt ist es ein Erlebnis, die vielen Brücken
in und um St. Petersburg zu überqueren. Obwohl man ständig von Wasser umgeben
scheint, fühlt man sich herrlich in alle Himmelsrichtungen verbunden.
Auf dem Weg nach Tarpon Springs über die Old 19th kommt man
durch Dunedin, ein schmuckes Städtchen, durch das ich immer wieder gerne
schlendere. (Der besagte Nord-Süd-Radweg führt an Dunedins Bahnhof vorbei.) Irische
Einwanderer haben es geprägt, und es strahlt wohltuende Gemütlichkeit aus. Die
Badetasche sollte man unbedingt dabei haben, denn etwas nördlich davon gibt es
sehr schöne Parks an der Küste. Vor allem Honeymoon
Island – eine vorgelagerte Insel – beeindruckt Florida-Fans, die das
Besondere suchen. Caladesi-Park ist eine Insel, die man nur mit dem Boot
erreichen kann von der Landzunge Richtung Honeymoon Island. Ein Sonnenbad dort
gehört zu den Besonderheiten, die man rund um St. Petersburg erleben kann.
A u s f l ü g e
Zu den faszinierenden Tieren, die uns in Europa nicht
geläufig sind, zählen die Manatees. So
heißen die seltenen Florida-Seekühe, die man bei Chystal River zu Gesicht
kriegen kann, wenn man morgens früh genug mit kundigen Führern aufbricht. Wer mit
Kindern Urlaub macht, wird um einen Besuch bei Walt
Disney World in Orlando kaum umhin kommen. Dort gibt es noch mehr
Vergnügungsparks (z. B. Sea World mit Walen, Delfinen etc.), die auch Erwachsene
in ihren Bann ziehen.
Seit 2008/9 unternehmen wir verstärkt Ausflüge in die
nördliche Nachbarschaft von St. Pete, von denen an dieser Stelle demnächst mehr
zu lesen sein wird.
W e i t e r e n t f e r n t
e Z i e l e
Die älteste Stadt von Florida, St. Augustin, gefällt mir immer
wieder aufs Neue. Wie sie kann auch Cape Canaveral mit seinem Kennedy Space Center in einer Tagestour bewältigt
werden. Wer sich jedoch zu den Everglades aufmacht und damit einen Abstecher
auf die Keys verbindet, muss eine
Übernachtung unterwegs einplanen. (Im Motel ist handeln um den Preis durchaus
üblich und sinnvoll.)
Auf manchen Touristen wirkt eine Erkundungsfahrt durch die Everglades eintöniger als erwartet. Es handelt
sich um eine naturbelassene Graslandschaft mit Bauminseln bzw. um „endlose“ Mangrovendickichte.
Es gibt dort seltene Tiere – aber ob die sich ausgerechnet dann zeigen, wenn
man sie sehnlichst bestaunen möchte, bleibt ungewiss. Eine geführte Bootsfahrt
vermittelt zumindest einen ersten Eindruck von dieser einzigartigen Wildnis.
Wohl dem, der ein Fernglas aus der Tasche ziehen kann. Übrigens: die reiche Vogelwelt Floridas begeistert nicht nur
Ornithologen und nicht nur in den Everglades!
Berühmt für traumhafte Sonnenuntergänge sind die Florida
Keys. Der Overseas Highway überquert 43 Brücken und ermöglicht den Touristen
eine bequeme Fahrt, die in Key West zwangsläufig endet. Hier darf man sich Kuba
nahe fühlen und – in Memorian – Ernest Hamingway. Die äußerste Insel dieser
zauberhaften Inselkette ist geprägt vom Tourismus, weil ein MUSS in jedem
ehrgeizigen Reiseprogramm. Dennoch erahnt man, dass die Inselbewohner so
schnell nichts aus der Ruhe bringt, genießt das karibische Ambiente und glaubt
dem Reiseführer die „subtropische Heiterkeit“.
Z u g u t e r L e t z t
Diese Ausführungen beruhen auf den Reisen nach Florida, die
ich seit dem Jahr 2000 unternommen habe. Ich habe längst noch nicht alles
erwähnt, das erwähnenswert wäre, und verweise deshalb auf Reiseführer aus dem
Buchhandel. (Für schnellen Überblick
z. B. Marco Polo, umfassender im „FLORIDA von Key West bis
New Orleans“ von Hans-R. Grundmann, Reise Know-How.) In diesem Rahmen kann ich
nur „Appetit-Anreger“ servieren und empfehle dringend, das Land, seine Vielfalt
samt Klima (Sonnenschutz spätestens drüben umgehend besorgen – es gibt günstige
„no ad-Angebote“) nicht zu unterschätzen!
Renate Schauer
Zu unseren Flugerfahrungen:
Wir sind von Deutschland aus direkt Orlando oder Ft. Myers
angeflogen.
Von dort sind es mit dem Auto 2 Std. nach St. Petersburg.
Nach Tampa funktioniert die gebräuchlichste Verbindung (ab
Stuttgart) mit Umsteigen in Atlanta, dem Drehkreuz des Südens, wo immer viel
los ist.
Bemerkenswert bequem erlebten wir einmal die Reise
mit US Airways mit Umsteigen in Charlotte (North Carolina).